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Einleitung

Seltsam genug: das Herz schlägt, bevor es da ist. Außerhalb der eigentlichen Keimscheibe, die den Embryo bildet, beginnen am Ende der vierten Schwangerschaftswoche einzelne kleine Lagunen, gefüllt mit einem Prototyp menschlichen Blutes, spontan zu pulsieren. Kein Schrittmacher, kein Impulsgeber, kein übergeordnetes Steuersystem wirkt hier. Pulsierend fließen diese Blutinseln zusammen und bilden das erste, noch schlauchförmige (Proto-) Herz. „Oberhalb“ der Kopfregion und „außerhalb“ des noch scheibenförmigen Organismus. In einer komplexen Abfolge einfaltender Bewegungen formt sich daraus das Herz, während es heruntersteigt in die Brustregion und dort – wie von einem Mantel – von der es umschließenden Haut geborgen wird. Etwas bildhaft vereinfacht – und dennoch wissenschaftlich korrekt – kann man sagen, dass das Herz als eine - an kein Organ gebundene - Pulsation “über dem Kopf” des Embryo beginn, dort ein Organ aus Blut formt, das in ein rhythmisches Strömen übergeht. Und dass dieses Organ, indem es sich zu komplexen Kammern einfaltet, wie von einem schützenden Mantel umschlossen schließlich in den embryonalen Organismus aufgenommen wird. Etwas poetisch könnte man an ein pfingstliches Bild denken, indem ein Funke des Wesentlichen im Innern des Menschen zu leben beginnt.
Auch rhythmisch ist in dieser Zeit bereits ein Wandel eingetreten. War das erste Pulsieren noch wie ein regelmäßiges Auf und Ab einer Welle in einem See, so wie es ein Steinwurf hervorrufen würde, so gliedert sich die Pulsationen selbst, und auch die Abstände zwischen ihnen werden – gegen Ende der Schwangerschaft - immer variabler.
Schon seit dem 19.Jahrhundert lauschen Hebammen auf dieses Rhythmusgeschehen und beurteilen den Zustand des Kindes damit. Dabei spielt der zählbare Puls eine viel geringere Rolle als die Qualität des Rhythmus, vor allem, wie er antwortet auf die Herausforderung seiner Umgebung, vor allem die Belastung durch die Wehen (kurz vor und während der Geburt). Ärzte zeigten bis vor etwa vierzig Jahren nur untergeordnetes Interesse daran. Dann wurde es möglich, den Herzrhythmus des Kindes im Mutterleib technisch zu erfassen. Dieses Cardiotocographie (CTG) genannte Verfahren hat sich dann so rasch durchgesetzt, dass seit zwanzig Jahren im europäischen Raum praktisch keine Geburt mehr stattfindet, ohne dass dabei die Herzfrequenz des Kindes (und vor allem dessen Variabilität) mit diesem Verfahren kontinuierlich aufgezeichnet wird. Sieht man, dass die Variabilität, die unregelmäßige Schwankung der Herzfrequenz des Kindes sehr klein oder der Rhythmus ganz starr – wie bei einem Metronom – wird, dann ist das Kind gesundheitlich sehr gefährdet. Und auch, wenn es mit seinem Herzen auf die Wehenbelastung nicht mehr ausgleichend reagieren kann und auf eine charakteristische Weise mit einem langsamen und wenig variablen Puls antwortet.
Denn: die Weise, wie das gesunde Herz mit dem übrigen Organismus kommuniziert, beruht auf dem Prinzip des Ausgleichs von Einseitigkeiten. Solange es so beweglich ist, das tun zu können, und ohne dabei selbstorganisierend aus seiner lebendigen Ordnung ausbrechen zu müssen, bleibt es gesund und in einem umfassenden Sinne auch der ganze Mensch.
Es wird sehr helfen, wenn dieser Punkt – eine „Ausgleichsbewegung“ ist zugleich die Grundlage einer Wahrnehmung - nicht nur als intellektuelle Tatsache akzeptiert werden kann, sondern in der eigenen Tätigkeit erfahren wird. Hier mute ich der LeserIn zu, das Buch hinzulegen, aufzustehen und sich einen Mitspieler zu suchen, am besten ein Kind.
Fassen Sie einander an den Händen, so, als wollten Sie einen Kreistanz aufführen. Stellen Sie Ihre Füße nahe zueinander, sodass Ihr Körpergewicht an der Spannung der Muskulatur spürbar wird, mit der Sie sich gegenseitig halten. Beginnen Sie nun damit, dass das Kind sich – wie ein Planet um die Sonne – um Sie zu drehen beginnt, während Sie sich – ohne sich rückwärts zu neigen -, auf der – zentralen – Achse nur um sich selbst drehen müssen. Fühlen Sie die Anstrengung und achten Sie auf die Emotionen, die dieses Spiel begleiten.
Nun verändern wir etwas die Bedingung: Sie versuchen jetzt, den Gleichgewichtspunkt zwischen Ihnen – dem viel schwereren Erwachsenen - und dem deutlich leichteren Kind dadurch zu finden, dass Sie sich behutsam nach rückwärts neigen und diesen Neigungswinkel im Bewusstsein halten. Sie brauchen ein wenig Einfühlungsvermögen, damit Sie nicht mit Kraft, sondern nur mit einer abwägend-wahrnehmenden Haltung das Gleichgewicht finden. Wenn Sie jetzt das Kind um sich kreisen lassen, stellen Sie erstaunt fest, dass es nicht mehr um Sie (um Ihren eigenen Mittelpunkt) kreist, sondern dass Sie beide um einen gemeinsamen Punkt herum tanzen, jenen Punkt, den Sie gerade als den Mittelpunkt Ihres gemeinsamen Abwägens („das Zünglein der Waage“) gefunden haben.
Wenn sich nun das Kind ein wenig nach vorn (zu Ihnen hin) oder nach hinten (weg von Ihnen) bewegt, dann bemerken Sie, wenn Sie keine Kraft anwenden, dass Sie im ersten Fall eine kleine Bewegung nach vorn (hin zum Kind), im zweiten nach hinten (weg vom Kind) machen müssen, um den Gleichgewichtszustand wieder herzustellen. Auch mit geschlossenen Augen bemerken Sie an Ihrer eigenen Ausgleichsbewegungen die Richtungs- und Geschwindigkeitsänderung des Kindes. Was weiter oben als Forschungsergebnisse von J.J.Gibson angedeutet wurde, können Sie nun selber erfahren: Ihre eigene Bewegung ist die Grundlage Ihrer Wahrnehmung.
Nennen wir nun das Kind „Atmungsbewegung” und den Erwachsenen “Herz”, dann wird auf eine praktische Weise deutlich, was wissenschaftlich RSA genannt wird: respiratorische Sinusarrhythmie. Zu deutsch: von der Atembewegung abhängige Änderung der Herzfrequenz. Atmet man ein, “antwortet” das Herz darauf mit einer Pulsbeschleunigung, atmet man aus, mit einer Pulsverlangsamung.
Das bedeutet aber auch: das Herz nimmt mit seiner eigenen Bewegung (Pulsbeschleunigung oder -verlangsamung) die Atmung wahr. Dies geschoeht so präzise, dass es technisch möglich ist, aus den kontinuierlichen Aufzeichnungen des Pulses (z.B. über Nacht) die Atemfrequenz und Störungen der Atemrhythmik nachträglich “herauszurechnen” (mittels Fourieranalyse, siehe Glossar). Um die Atemrhythmik zu erfassen, braucht man also gar kein eigenes Meßinstrument, vielmehr können wir sie aus den spezifischen Frequenzänderungen des Herzens bestimmen. (Kasten seitlich: bei allen körpernah angebrachten Atemsensoren (Gurte, Anemometer...) ist die Gefahr groß, dass sie den Atem beeinflussen, während man ihn messen will. In einiger Distanz aufgestellte Infrarotsensoren, die die warme Ausatemluft registrieren können, hingegen erfordern eine Fixierung des Probanten in einer bestimmten Lage. Das Registrieren des Pulses ist mit einem zigarettenschachtelgroßen Gerät in nahezu jeder Lage, Stellung und Bewegung möglich, ohne dass dadurch die Atmung beeinflußt werden könnte).
Nun können wir das obige Bild ein wenig erweitern: statt zweier Arme soll in unserer Vorstellung der Erwachsene, einem Oktopuss gleich – über eine Vielzahl in alle Richtung beweglicher Arme verfügen. Unterschiedlich große und verschieden bewegliche “Kinder” tanzten mit ihm, und ohne Unterlass würde er den Ausgleich mit allen suchen. Der Gleichgewichtspunkt wäre nun nicht mehr so einfach zu erfassen. Er würde scheinbar wild zu tanzen beginnen. Gibt es ein natürliches Phänomen, das leicht zu beobachten ist und uns eine solche Situation vor Augen führt?
Wir alle haben in der Schule einmal ein Modell gesehen, das unser Planetensystem mit der Sonne im Mittelpunkt zeigt. Die Sonne ist im Zentrum fixiert, die Planenten an Stangen mit dem Zentrum verbunden und in Kreisbahnen darum herum beweglich. Dieses mechanische Bild hat sich uns allen eingeprägt. Aber es ist ungeeignet, die wirklichen Verhältnisse und Dynamiken zu erfassen. Nicht so wichtig ist, dass die Planeten sich in Ellipsen bewegen. Wichtig aber ist, dass die Sonne beständig in unterschiedliche Richtungen “tanzt”, um das gesamte Sonnensystem im Gleichgewicht der (“Gravitations-”) Kräfte zu halten. Im Verlauf von 179 Jahren entfernt sich die Sonne in einem unregelmäßigem, aber berechenbaren Rhythmus 9 oder 10 mal um mehr als ihren eigenen Durchmesser (immerhin 1,5 Millionen Kilometer) vom scheinbaren Zentrum des Sonnensystems, damit die Kräfteverhältnisse insgesamt stabil bleiben. Die vorherrschende Periode von 19,86 Jahren ist vor allem durch die Konjunktionen der massenreichen Planeten Jupiter und Saturn bedingt: sie wird von den Astronomen regelrecht als der „Puls des Sonnensystems” bezeichnet.
Kommen wir noch einmal zu unserem ersten Beispiel zurück. Sie, der Erwachsene (oder die “Sonne”) gleichen die Bewegungs- und Richtungsänderungen des Kindes (oder eines “Planeten”) so aus, dass stets eine Gleichgewichtslage ohne Kraft (Gewalt) – anstrengung erreicht wird. Lassen wir Sie nun müde, alt, unaufmerksam werden. Ihre Ausgleichsbewegungen kommen verzögert, der Energieverbrauch zum Ausgleichen der Schieflage wird größer, Ihre Kräfte nehmen weiter ab. Schließlich ringen Sie mit einer ziemlichen Starre darum, überhaupt sich noch im Zentrum der Bewegung behaupten zu können. Das passiert natürlich auch, wenn die Kinder/”Planeten” zu heftige, zu abrupte, unerwartet dysrhythmische und untereinander unkoordinierte Bewegungen oder “Stillstände” machen. Ihre Fähigkeit, rasch und adäquat auszugleichen, nimmt ab. In der Sprache der Medizin wird die Fähigkeit zur unmittelbaren und adäquaten Beweglichkeit des “Zentralgestirns” Herz als Herzfrequenzvariabilität ( HRV: Heartratevariability) bezeichnet.
Leicht können Sie sich vorstellen, dass ein “tanzendes” Herz wenig, ein starr seinen Mittelpunkt behauptendes Herz viel Energieaufwand braucht, damit das System nicht in eine Einseitigkeit „kippt“. Die Variabilität des Herzrhythmus ist mit sehr vielen Einflussfaktoren innerhalb und außerhalb des lebenden Organismus verbunden. Mit zunehmendem Alter nimmt die Variabilität stark ab. Bei konsumierenden Erkrankungen ebenso. Wenn sich ein Herz nach einem Infarkt nicht mehr richtig erholt, bei Diabetes (vor allem den neurologischen Frühsymptomen des Diabetes), bei Depressionen und auch bei Stress, der in eine resignative Sackgasse geführt hat (sogenannter Selye-Stress). Offensichtlich sind es aber auch Umweltfaktoren, die die Variabilität der Reaktionsbereitschaft herabsetzen können. Metereologische und andere Klimaeinflüsse, Schadstoffbelastungen und überraschenderweise auch die auf das geomagnetische Feld der Erde einwirkende Sonnenaktivität beeinflussen sie. (Kasten: Studie über 14 Jahre, Zusammenhang Sonnenfleckenaktivität und Herzfrequenzvariabilität)
Betrachten wir uns die Aufzeichnung der Herzfrequenz über 2 min in drei unterschiedlichen Situationen. Im ersten Beipiel sieht man einen nahezu regelmäßigen Puls. Noch vor wenigen Jahrzehnten ging man in der Medizin davon aus, dass ein solcher regelmäßiger Puls für Erwachsene, die älter als 35 Jahre sind, normal und damit gesund sei. Die im chinesischen Kulturraum schon über 2000 Jahre gepflegte Pulsdiagnostik hingegen wusste schon seit langem, dass dies nicht zutrifft. Wenn der Puls so regelmäßig schlage wie die der Specht klopfe, dann sei der Mensch lebensgefährlich krank, hieß es dort in einer Aufzeichnung aus dem ersten Jahrhundert nach Christus.
Wenn Sie die Gelegenheit haben, einmal einen mechanisch erzeugten Rhythmus (Computer-Sequenzer) eines ansonsten “echt” klingenden Rhythmusinstrumentes zu hören und eine ebenfalls elektronische Aufzeichnung des gleichen, aber von einem Musiker gespielten Instrumentes, dann werden Sie einen deutlichen Unterschied hören. Der mechanische “Rhythmus” klingt irgendwie “tot”, sagen wir, ihm fehle das Leben. In der Sprache der Musik spricht man davon, dass ihm der “Flux” fehle, der lebendige Fluss feiner Rhythmusschwankungen.
So ist es auch beim Herzen: wenn ihm der “Flux” fehlt, dann weist das darauf hin, dass der lebendig im Austausch mit seiner inneren und äußeren Welt stehende Mensch in Rhythmusstarre um sein Überleben ringt. So erleben sich dann auch seelisch Menschen mit den oben angeführten Erkrankungen (und oft genug auch einfach im Alter): dass sie nur noch vegetieren, sich aber nicht mehr als mit dem beweglichen (also variablen) Puls des Lebens verbunden empfinden.
Im mittleren Beispiel sehen wir einen variablen Herzrhythmus. Von mal zu mal schwankt die Frequenz um 10 oder gar 20 Schläge pro Minute. Daran können wir erkennen, dass das Herz reagibel ist, jung in dem Sinne, dass noch keine Erstarrung in Erwartung und Verhärtung im Standpunkt und Urteilen eingetreten sind. Dieses Herz kann einfach mitgehen mit allem, mit dem es in Kontakt kommt. Aber es braucht doch sehr viel Kraft, weil sich die verschieden Kinder/”Planeten” (im Sinne einer unrhythmischen Lebens- und Arbeitsgestaltung) sehr wenig miteinander abgestimmt bewegen. Gehen Sie noch einmal zu dem Beispiel des Sonnenpulses zurück. Wenn die großen Planeten sehr unregelmäßig zu kreisen begännen, wenn die Bahngeschwindigkeiten abrupt zunähmen, wenn einzelne Planeten gar plötzlich stillstünden, dann würde aus den harmonischen Rhythmusschwankungen ein wildes Durcheinander der Eigenbewegung der “Sonne”. Auch die Sonne nähme Schaden bei solchem Geschehen. Seit einigen Jahren ist es möglich, ins Innere der Sonne zu “lauschen”(sogenannte „Helioseismologie“). Dabei werden Druckschwankungen im Sonneninnern der Forschung zugänglich und damit belegbar, dass abrupte Veränderungen im Gleichgewicht des Systems (große Kometen zum Beispiel) zu dramatischen inneren Veränderungen der Sonne führen können.
Um so mehr das Herz, dass sich in jeder Sekunde einmal neu auf die Verhältnisse des Körperinneren und der Umwelt einstellen muss. Extrem wird die Variabilität, wenn Extraschläge (Kasten: supraventrikuläre und ventrikuläre Extrasystolen) hinzukommen. Dann ändert sich die Frequenz um bis zu 100 oder mehr Prozent von Schlag zu Schlag. Oder wenn die Schrittmacher, die Rhythmusgeber der Kammern („Aschoff-Tawara-Knoten“) und der Vorkammern („Sinusknoten“) des Herzens nicht mehr koordiniert pulsieren, sondern als zwei verschiedene Grundrhythmen konkurrieren („AV-Block“).
Das untere Beispiel zeigt noch einen weiteren Gesichtspunkt: offensichtlich liegt hier eine gute Variabilität vor. Diese aber ist nicht chaotisch, wie im letzten Beispiel. Vielmehr scheint die Schwankung des Rhythmus selber wieder rhythmisch geworden zu sein. Wenn wir die Abbildung der Sonnenbewegung auf einer Zeitachse von 179 Jahren auftragen würden, dann würden das nebenstehende Bild erhalten. Sie sehen, dass es qualitativ identisch ist mit dem letztgenannten Beispiel ist. Dies kann nur geschehen, wenn die verschiedenen Körperrhythmen, mit denen das Herz im Austausch steht, koordiniert miteinander schwingen.
Wir würden davon sprechen, dass die Rhythmen sich einstimmen, eigentlich nicht anders, als das beim Stimmen eines Musikinstrumentes oder beim Einstimmen eines Orchesters geschieht. In einem solchen Falle kann die Variabilität hoch sein, ohne dass dafür viel Energie nötig. Das Miteinander der bestimmenden Körperrhythmen, der Atmung, des genuinen Herzrhythmus, der Durchblutungsrhythmik, der Hirnwasser (Liquor-) rhythmik ist so gut aufeinander abgestimmt, dass der Ausgleich, den das Herz mit seiner Eigenbewegung machen muss, mit kleinstem Energieaufwand möglich wird. Wir sprechen dann davon, dass zwischen den einzelnen Rhythmen, ein sinnvoller Zusammenhang besteht. Wenn etwas nur miteinander im Sinne einer Verklumpung verbunden ist, ohne dass dies Sinn macht, nennt man das Kohäsion, übersetzt so etwa: Verklebung oder Anhaftung. Wenn der Zusammenhang lebendig ist, das bedeutet: jeweils dem Sinn des übergeordneten Systems folgen kann, dann nennen wir das Kohärenz, was sinnvolles Einstimmen bedeutet. Dieser Begriff Kohärenz ist der zentrale Begriff des Paradigmas einer Neuen Medizin.
Herzfrequenzvariabilität also bezeichnet die offene Reagibilität des Herz-Kreislaufsystems auf die Anforderungen des inneren und äußeren Milieus. Sie sollte möglichst hoch sein. Herzkohärenz weist auf den Grad der Einstimmung der gesamten inneren und äußeren Rhythmen hin, mit denen das Herz-Kreislaufsystem im lebendigen Austausch steht. Auch die Herzkohärenz sollte möglichst hoch sein. Nun ist beim untrainierten Menschen gewöhnlich eine hohe Herzkohärenz mit einer sehr kleinen Variabilität, und umgekehrt eine hohe Variabilität mit einer sehr geringen Kohärenz verknüpft.
Erreichbares Ziel der Übungsbehandlung Cardioception ist es, dieses Dilemma aufzuheben und hohe Variabilität zugleich mit hoher Kohärenz der Rhythmen des Herzens zu ermöglichen.