Heileurythmie
Die von innen heraus geführte Bewegung ist das Charakteristikum des Lebendigen; die nichtlebende Natur wird nur von aussen - passiv - bewegt. Die freie Gestaltung der Lautwelt ist das Charakteristikum des Menschen; im Tier bestimmen Art und Umgebung die Lautbildung. Die Laute der Sprache und die Intervalle der Musik, aber auch Rhythmus und Gestalt von Prosa und Lyrik mit dem ganzen bewegten Leib zum Ausdruck zu bringen ist: Eurythmie.
Ehe der Mensch sprach, wurde er „ins Dasein gesprochen“. Die Grundgesten der Sprache bilden seinen Leib. So kann im Falle des krankhaften Ungleichgewichtes die Betonung und Bekräftigung von Lautgebärden und ihrer Kombinationen das funktionelle Ungleichgewicht wieder ausgleichen: Heileurythmie.
Grundlagen und Wirkungsweise
Rhythmus und Lautgebärde, konsequent geübt, wirken auf unsere physiologischen Prozesse unmittelbar ein. Die Organ-bildenden und -regenerierenden Bildekräfte, aber auch alle endokrin-biochemischen Funktionsbereiche werden beeinflußt. Die bewußte Wahrnehmung der eigenen Bewegung, die wesentlicher Bestandteil der Eurythmie ist, führt darüberhinaus ein psychisch ordnendes Element ein, das bis in die Alltagsbewegungen hinein heilsam fortwirkt.
Notwendige Bedingung ist der Entschluß des Patienten, selber aktiv handeln zu wollen. Je regelmäßiger die Übungen durchgeführt werden, um so rascher und tiefgreifender gestalten sich die Heilerfolge. Oft genügt eine tägliche Übzeit von 15-20 min.
Die Heileurythmie ist über die Wahrnehmung des sich bewegenden Menschen zugleich oft unterstützend bei der ärztlichen Therapiefindung und -durchführung.
Indikationen
chronische Organ-Erkrankungen
Erkrankungen der Koordinations und des Bewegungsapparates
Psychosomatische Krankheiten
Kontraindikationen
Schwangerschaft (nur unter strenger Indikationsstellung)
schwere Bewegungsstörungenakuter Schub von Psychosen





